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Bahnhof Kongsvoll

Am  7. August bin ich von Oslo mit dem Morgenzug Richtung Trondheim bis Kongsvoll gefahren. Direkt am Bahnhof beginnt der Wanderweg nach Reinheimen und führt gleich in den Nationalpark Dovrefjell hinein. Steil steigt man durch den Wald hinauf und erreicht dann bald die freien Hochflächen.

Steinmann mit Snøhetta im Hintergrund

Hat man die Hochfläche errericht so grüßt schon der Snøhetta aus der Weite und weist den Weg. Da in diesem Hochtal Moschusochsen anzutreffen sind, trifft man auch viele Touristen hier. Sie werden zu einem Gatter geführt, zu dem die Ochsen gelockt werden. Kurz vor reinheimen kam ich um einen Fels herum und plötzlich standen ca. 30 m vor mir zwei Moschusochsen vor mir auf dem Weg. Ich machte ein Foto mit Teleobjektiv, doch dann zog ich es vor einem großen Bogen um die Tiere zu machen, Nach vier Stunden erreichte ich dann die Selbstbedienungshütte Reinheimen. Zum Abendessen bekam ich von der Hüttenvakt frisch gefangene Forellen geschenkt.

Nicht ganz ungefährlich

Am zweiten Tag stand der höchste Berg Norwegens ausserhalb Jotunheimens auf dem Programm. Der Aufstieg beginnt gleich hinter der Hütte und führte mich in etwa 2 3/4 Stunden auf Store Toppen des Snøhetta (2289m). Der Berg ist ein großer Steinhaufen, der sich weit über seine Umgebung erhebt und wohl deshalb früher für den höchsten norwegischen Gipfel gehalten wurde.

Weit reicht der Blick nach Norden in Richtung Trollheimen vom Store Toppen

Während von Süden Wolken an den Berg getrieben wurden, war der Blick nach Norden sehr schön. Und im Windschutz des Grates auch zu geniessen. Vom Gipfel ging es erst über den windigen Westgrat mit Tiefblicken zum Gletscher ehe der anstrengende Abstieg durch steile Geröllfelder begann.

Auf dem Westgrat, im Hintergrund die militärischen Bauten auf dem Store Toppen

Froh war ich als ich aus dem Geröllhang heraus war und es auf gutem Pfad zur schön gelegenen Åmotsdalhytta ging. Nach 2 1/2 Stunden vom Gipfel war sie erreicht. Nach einem Bad im See, genoss ich den Nachmittag über die Sonne vor der Hütte.

  Åmotsdalhytta

Der dritte Wandertag begann auf leichtem Pfad entlang des Åmotsvatnet. Nach einem kurzen Anstieg war dann die riesige Hochfläche Leirsjøtelet ereicht. Fast 6km ging es über diese blumenbewachsene Hochfläche. Steiniger war es entlang der drei Salhøtjenna.

Leirsjøtelet

Überraschend begann der Abstieg ins Grøvudalen mit einem steilen hartem Schneefeld. Im Tal ging es noch steinig um den Lillvatnet herum, doch dann kam ich bald in herrlichen Birkenwald mit vielen Blumen und leckeren Blaubeeren. Doch bis zur Hütte zog es sich noch recht hin.

Grøvudalen

Krøsbotnen

Der vierte Tag begann mit einem steilen Anstieg von knapp 500Hm aus dem Grøvudalen heraus. Im leichten berg auf und ab ging es über große Hochflächen westwärts. Zur Mittagspause erreichte ich Krøsbotnen, ein Talbecken mit vielen kleinen Seen. Kaum hatte ich es mir im Moos gemütlich gemacht, zogen Wolken auf und bald begann es zu regnen. So stieg ich im Regen in Richtung Aursjøen ab. Allerdings stieg der Pfad nach dem Queren der aus dem Litldalen kommenden Strasse wieder steil an, um auf einem Höhenzug über dem See im auf und nieder zur Aursjønhytta zu führen. Gegen 15 Uhr erreichte ich die bewirtschaftete Hütte. Zuerst genoß ich erstmal die heiße Dusche. Später ein gutes Abendessen mit dem einzigen anderen Nächtigungsgast der Hütte.

Aursjøen

Der fünfte und letzte Tag im Dovrefjellet war eher trüb. Zwar war es die ersten zwei Stunden der Tour trocken, doch die Bergkuppen blieben immer im Nebel. Je höher ich kam, desto steiniger wurde es. Aber auch Steine können schön sein.

Nahsicht

Beim Abstieg nach Lesjaskog kam sogar die Sonne hier und da durch. Doch kaum hatte ich die Straße erreicht, begann es wieder zu regnen. Da es bis zum nächsten Bus noch fast zwei Stunden war, trampte ich nach Björli, um dort Quatier im Sporthotel zu nehmen.

Blick auf Lesjaskog

Der Tag 6 begann wieder mit einem Autostop, denn zwischen Bjorli und Verma gibt es keinen öffentlichen Transport. Der Zug hält leider nicht mehr in Verma, obwohl die Kyllingsbrua in Verma DAS Eisenbahnbauwerk Norwegens ist. Ich hatte Glück und nach weniger als 5 Minuten hatte ich meinen Lift nach Verma.

Kyllingsbrua

Nachdem Abstecher zum Fotopunkt der Kyllingsbrua folgte ich der unscheinbaren Wanderausstellung hinunter zur Slettbrua (190m). Die Sonne schien als ich den steilen Anstieg begann. Zuerst auf einem Fahrweg, dann auf einem Karrenweg ging es in Serpentinen den steilen Talhang hinauf. Der Nadelwald wurde zu Birkenwald und aus dem Birkenwald führte mich der Weg wieder ins Fjell bis auf gut 1000m beim Restjønnin. Bis zur Mittagsrast stieg ich noch ab bis zum Wegabzweig in den Grovaskarsbotnen. Durch dieses Tal ging es dann nach der Rast immer weiter hinauf, vorbei an vielen Seen. Das Wetter trübte sich wieder ein und oben am Pass schneite es sogar ein wenig. Der erste Abstieg ins Litlhånådalen war schlecht markiert und steil. Doch dann wurde der Pfad wieder besser und führte in den Wald hinein und hinunter nach Vakkerstølen. In der Hütte wurde ich von einem lodernden Feuer im Kamin begrüßt.

Gemütlich ist es in der Hütte Vakkerstølen

Fluß bei Vakkerstølen

Der siebte Wandertag bot eine besonders lange Etappe, laut "Til Fots i Norge"  sind es 9 Stunden von Vakkerstølen nach Reindalsseter. Zuerst ging es etwa 2 Stunden auf guten Pfad das Tal leicht aufwärts, ehe es steil von 1000 auf gut 1700 m anstieg. Oben kam ich in die Wolken, aus denen es dann auch noch schneite. Auf den Steinen lagen 2cm Neuschnee und machten das Queren der Steinfelder schwierig. Zum Glück nur oberhalb von ca. 1600m. Dennoch zog sich der Abstieg durchs  Øvre Reindalen. Der Abstieg in den Talkessel des Reindalsseter war dann auch schmierig, aber der Talkessel ist sehr schön und entschädigt für die Mühen. Nach gut acht Stunden erreichte rechtzeitig die Hütte, um am Abendessen um 18 Uhr teilnehmen zu können.

Reindalsseter mit Neuschnee auf den Bergen

Beim Aufbruch am 8. Wandertag hatte ich mich noch entschieden wie weit ich gehen wollte. Auf jeden Fall wollte ich zur Danske Hytta und dann mal sehen ob ich noch weiter ziehen wolle.
Kurz hinter der Hütte begann der steile Anstieg auf dem ich zügig Höhe gewann. Nach gut 500Hm gab es eine kurze Verschnaufspaus längs des Daumalsvattnet allerding mit kleinen Klettereinlagen beim Überqueren zweier Felsriegel. Danach gelang ich dann auch bald in Wolken mit Schneetreiben.

Wegweiser am Landversbreen

Bei dem kühlen Wetter war ich froh gegen 14:15 die Danskehytta zu erreichen. Ich machte dort eine Stunde Mittagsrast in der schönen neuen Hütte und unterhielt mich mit der Hüttenvakt. Aufgewämt und gestärkt machte ich mich dann an den Abstieg in Richtung Grotli. Das Wetter wurde besser, die Sonne kam heraus. Zuerst war der Weg meist ein Geröllfeld, später dann aber ein guter Pfad. Gegen 18:45 erreichte ich das Hotell in Grotli.

Blick voraus nach Breheimen, der Skridulaup

Vom Grotlihotel musste ich zu Beginn des 9. Tages erstmal kanpp 2km auf der alten Straße nach Stryn laufen, ehe es ab ins Fjell ging. Der Pfad führte in stetiger Steigung 8km den Skridulaupen hinan. Das von der Wettervorhersage versprochende gute Wetter schien leider nur weiter nördlich stattzufinden. Es war bewölkt ...

Rückblick in die Talfjordfjellene

und später fing es wieder an zu schneien, als ich am See am Ostende des Gletschers vorbei wanderte. Und die Randbereiche des Sees waren sogar vereist.


Der teils steile Abstieg zum Raudalsvattnet war überraschend gut zu gehen, so dass ich den See schon zur Mittagsrast erreicht hatte. Im Birkenwald ging es nun im auf und ab am See entlang. Trotz des Nieselregens musste ich immer wieder an den Blaubeersträuchern stoppen. Kurz vor der Skridulaupbu würde es noch mal sehr sumpfig und der Regen nahm zu. So war ich froh die kleine Hütte zu erreichen. Ich machte erstmal Feuer in der Hütte und holte Wasser. In der Blockhütte blieb ich allein.

Skridulaupbu

Laut "Til fots i Norge" sollte die Etappe nach Slæom  9 Stunden lang sein, doch hatte ich auch im Hüttenbuch gelesen, dass andere Wanderer die Strecke in 7 Stunden gewandert waren. Als ich gegen 9:15 die Hütte aufgeräumt und gesäubert hatte, brach die Sonne durch. So startete ich bei schönem Wetter, schnell kam ich aus dem Wald heraus und es bot sich weiter Blick über den Rauddalsvattnet.

Rauddalsvattnet

Nach gut einer Stunde erreichte ich die Sommerbrücke und wanderte dann in den Tvertbotnen hinein. Der Lawinenkegel einer Eislawine an der anderen Talseite beindruckte mich hier und auch die Begenung mit zwei großen Rentieren.
Nach einer kurzen Rast begann ich den steilen steinigen Aufstieg über Blockgeröllfelder. Später folgten einige teils auch steile Schneefelder bis die Höhe von 1776m erreicht war. Im Abstieg konnte ich einige Schneefelder für einen leichteren Abstieg nutzen, doch es blieben noch genügend Blockgeröllfelder zu queren. Und der letzte recht steile Abstieg zum Mysubyttvatnet war recht schmierig. Aber bald darauf war die Hütte Slæom nach 7 Stunden erreicht. Die Hütte war schon schön geheizt, denn ein Paar aus Mecklenburg-Vorpommern war schon da.

Sommerbrücke und Blick in den Tvertbotnen

Die Tagesetappe nach Sotasæter war sehr geruhsam, es ging ja nur talauswärts. Im oberen Teil gab es noch einige Sumpfstellen, aber der alte Pfad von Mysubytta nach Sota war sehr schön. Ich genoss es mal wieder durch einen Wald zu wandern. Rechtzeitig bevor es zu regnen begann erreichte ich gegen 14:30 die Hütte in Sotasæter. Zimmer mit fließendem Wasser, eine heiße Dusche und sehr leckeres Essen machen den Aufenthalt in den umgebauten alten Almgebäuden sehr angenehm. Waren am Wochenende zuvor viele Leute dort, u.a. der norwegische Ministerpräsident, um den neuen Nationalpark Breheimen einzuweihen, war ich nur mit einem weiteren Gast in der Hütte.

Im Mysobyttdalen

Da ich allein war, blieb für mich nur der Weg über den Illvattnet nach Nørstedalseter. Der steile Pfad erlaubte einen zügigen Aufstieg, nach zwei Stunden war der Sottjømin erreicht und eine Stunde, sowie mehrere Schneefelder später auch die Passhöhe. Beim Abstieg zum Illvattnet und der Wanderung an ihm entlang wurde es immer sonniger.

Illvatnet

So war nach der Mittagsrast der lange Weg hinunter ins Nørstedalen und ihm entlang durch die Ausblicke auf die umliegenden Gletscher verschönt. Nach 7,5 Stunden hatte ich den Fahrweg am Stausee Fivlømytane erreicht. Kaum war ich ein paar hundert Meter auf ihm gelaufen, da kam eine Auto und stoppte. Der Fahrer fragte mich, ob ich zur Nørstedalseter wolle und so gelangte ich bequem die lästigen zwei Fahrwegkilometer zur schönen Hütte. Der Fahrer war der Sohn des Hüttenwirts und hatte das Abendessen gefischt: Lachsforellen.

Harbardsbreen

Wandertag Nr. 13 und ein strahlend blauer Himmel. Zuerst wanderte ich drei Kilometer das Vetledalen hinauf, ehe ich nach Süden abbog und zum Liaflui aufstieg.

Vetladalen, Nørstedalen und Harbardsbreen

Gletschersee am Liabreen

Über festen Fels und viele Schneefelder war der Anstieg gut zu gehen. Doch leider zogen plötzlich von Westen Wolken auf. Dennoch war die Sicht vom Liaflui atemberaubend. Im Norden waren die Gipfel Breheimens zu sehen, im Westen die Weiten des Jostedalsbreen und im Süden die Gipfelwelt Jotunheimens.

Jotunheimen

Hurrigane

Mit dem Blick auf  Hurrigane und über herrliche Schneefelder führte der erste Abstieg zügig in Richtung Stølsdalen. An der Abzweigung entschied ich mich für den alten Weg, also nicht über die neue Hütte, direkt nach Turtagrø. Unten im Tal machte ich Mittagsrast, die allerdings durch aufdringliche Mücken kurz ausfiel. Es folgte ein auf und ab durch eine unwirkliche Landschaft und dann ein recht rutschiger Aufstieg. Durchs Gjøsingsdalen erreichte ich dann gegen 17:30 das Hotel Turtagrø. Luxuriös nahm ich hier Quatier.

Blick von Turtargrø nach Hurrigane

Sonnig und warm es beim Aufbruch zur 14. Etappe. Die erste Stunde ging es bequem ins Helgedalen hinein, dann begann der Aufstieg auf den Fannaråken. Im unteren Teil passierte ich ein TV Team, welches einen Beitrag über die wegsanierung drehte. Der Steig, der teils eine Treppe is, führt in vielen Kehren zügig den Berg hinan. So war ich trotz des starken Windes nach drei Stunden auf dem 2068m hohen Gipfel und konnte in norwegens höchsten (bewirtschafteten) Hütte Mittagsrast halten.

Fannaråken

Nach einem Abstecher zum höchsten Punkt des Gipfelplateaus überquerte ich selbiges in östlicher Richtung und stieg dann auf guter Weganlage zum Keisarpasset ab.

Keisarenbreen

Vom Pass ging es auf guten Wegen hinab in Richtung Utladalen. Der Blick auf den Gletscherbruch des Jervvasbreen beeindruckte mich sehr. Die letzten paar hundert Meter vor der Utlabrücke waren wieder sehr sumpfig und der weitere Weg bis Skogadalsboen mehr ein Bachlauf als ein Weg. Nach 3, 5 Stunden vom Fannaråken erreichte ich die schöne Hütte.

Jervvasbreen

In der Nacht hatte es geregnet, doch der letzte Wandertag begann auch wieder mit Sonne. Diese letzte etappe kannte ich schon von 2005 und 2007. Zuerst steigt man am steilen Talhang des Utladalen noch einmal bis ca. 1200m hinauf. Die Aussicht auf Hurrigane wurde immer besser.

Hurrigane

Beim Abstieg ins Fleskedalen, zu deutsch Specktal, beeindruckte der Blick auf den Stølsdalstinden. Leider wollte meine Kamera zu dem Zeitpunkt aufgrund eines schwachen Akkus nicht wie ich wollte. Bis zur Mittagsrast stieg ich bis Vettismørki ab.

Vettismørki

Von der Alm ist es dann nur noch ein kurzer Spaziergang zum Aussichtspunkt über dem Vettisfossen, welcher mit 275m Fallhöhe Norwegens höchster freifallender Wasserfall ist.  Eine Stunde teils steiler Abstieg führte mich dann nach Vettisgard, wo ich wieder zu Kaffee und Waffeln einkehrte. Danach ging es in einer knappen Stunde auf dem Fahrweg nach Hjelle, wo ich gut den Nachmittagsbus nach Årdal erreichte. In Øvre Årdal hatte ich dann direkten Busanschluß nach Oslo, so dass es nichts wurde aus dem Besuch des Schwimmbades.

Vettisfossen

der untere Teil