Meine Reise führte mich nicht direkt nach Teneriffa, sondern ich flog über Madrid nach Gran Canaria und quatierte mich für zwei Nächte in einem Hotel in Las Palmas ein. Am Abend blieb noch Zeit für einen Spaziergang entlang des Stadtstrandes. Die Stadt Las Palmas gefiel mir ansonsten jedoch weniger hier im Norden.
Am Morgen des Palmsonntags fuhr ich mit dem Stadtbus in den Stadtteil Telmo, spazierte durch die Fußgängerzone mit vielen Jugendstilbauten hinüber in die Altstadt. Dem Museum im "Kolumbushaus" widmete ich ich eine Weile, wobei das Gebäude selber mich mehr faszinierte als die Ausstellungsstücke. Danach besichtigte ich noch die Kathedrale und weitere schöne Gassen. Den Nachmittag verbrachte ich zum Baden im Süden der Insel.
Vormittags bummelte ich noch ein wenig an der Strandpromenade, ehe ich um 12 Uhr mit dem Bus der Fährgesellschaft zur Fähre nach Agete fuhr. Die Fährfahrt nach Santa Cruz dauerte nur eine gute Stunde mit der Schnellfähre und man landet fast im Stadtzenrum an. So war ich schon gegen halb drei im Hotel eingescheckt und ich hatte gut Zeit die schöne Stadt zu erkunden.
Am Dienstagmorgen besorgte ich mir im Büro des Teidenationalparks die Genehmigung für die Gipfelbesteigung des Teide am Mittwoch der folgenden Woche und danach ging ich zum Busbahnhof und nahm den Schnellbus nach Puerto de la Cruz, wo ich für 10 Tage in einem Hotel gebucht war. Das Hotel lag direkt am Busbahnhof, doch war mein Zimmer noch nicht bezugsfähig. So machte ich erstmal einen Ortsrundgang. Den Nachmittag genoss ich auf der Dachterasse meines Zimmers.
Am Mittwoch nahm ich um 9 Uhr den Bus nach Buenavista del Norte (an 10:15). Zuerst folgte ich knappe drei Kilometer der Straße in Richtung Punta de Teno, zuerst durch den Ort und dann zwischen Bananenplantagen hindurch. Dort wo die Strassensperrung beginnt zweigt der offiziell auch gesperrte Wanderweg nach Teno Alto ab. Der sogenannte Riscosteig führt erst als Pfad ein schmales Bachbett entlang bis er die Felswand erreicht. Von dort ist es ein kunstvoll anglegte alter Steig, teils gemauert, teils in den Fels gehauen, welcher durch die steile Felswand hinaufführt. Nach einer Stunde etwa auf dem Steig erreicht man den Kamm des Tenogebirges und blickt über grüne Wiesen, die steil zur Südküste abfallen. Auf dem breiten teils grasigen teils mit Baumheide bewachsenen Grat erreicht ich dann Teno Alto. Ich verzichtigte auf eine Einkehr. Kurz hinter dem Ort war der Teide zu sehen, dessen Anblick den weiteren Weg auf dem Grat immer wieder beherrschte. Aber auch die Ausblicke zur Nord und Südküste waren immer wieder sehr schön. Bis vor den Grande Gala folgte ich dem Grat, der bis über 1200m ansteigt. Den Grande Gala bin ich südlich umgangen und dann nach Erjos(1000m,16:30) abgestiegen. von dort fuhr ich über Icod mit dem Bus zurück.
Am Donnerstag fuhr ich mit dem Bus um 9:15 hinauf zum Parador del Teide (2130m, 11:00).Gleich an deer Wendeschleife beginnt der Wanderweg, welcher südwärts direkt auf den Guajara zuläuft. In der Nähe eines kleinen Hauses überquert man noch einen Fahrweg und steigt dann auf einem schmalen Pfad hinauf zu einem 2400m Pass westlich des Gipfels. Nun folgte ich dem Pfad, der direkt auf die Felswände zuführte.Direkt an den Felswänden entlang erreicht man ein ca. 6m breites Band auf dem man durch die Nordwand hinaufsteigt, ehe man kurz vor dem Gipfel nach Süden schwenkt. Vom Gipfel (2718m, 12:40 - 13:40) hatte man einen schönen Blick über die Canadas, in den Süden der Insel, nach Gran Canaria und vorallem auf den Teide. Für den Abstieg wählte ich den Ostabstieg und erreichte gegen 15 Uhr wieder den Parador.
Den Karfreitag verbrachte ich mit Arztbesuch und Ausruhen in Puerto..
Am Ostersamstag fuhr ich um 9:00 mit dem Bus nach Santa Cruz. Hier ging ich in die Markthalle und zum Frisör ehe ich um 10:40 weiter nach Igueste de San Andres (50m, 11:20) weiter fuhr. Auf einer kleinen Straße im Baranco wanderte ich eine halbe Stunde zwischen vielen Gärten mit Zitrusfrüchten und Bananen aufwärts. Dann zweigte der Wanderweg ab durch die Macchia hinauf nach Las Cassilas (600m), einem teils verlassenen Weilers ohne Strassenanschluß auf dem Grat. Nun ging es durch Baumheide und Loorbeerwälder im leichten auf und ab nach La Cumbrilla. Oberhalb von Chamorga führte der wanderweg dann am Hang entlang in ein Tal hinein. An einem Bachlauf entlang steigt man dann wieder hinauf und erreicht bald den nächsten Grat und einen herrlichen Blick auf die Nordküste. Einige Minuten und Höhenmeter später ist der Ausblick von einem Mirador noch besser. Auf dem weiteren Weg dem Grat entlang vorbei am Anamorafelsen zum Chinobre (922m, 14:00) wanderte ich durch einen Nebelwald. Kurz hinter dem Gipfel erreicht man die Chamorgastrasse, der ich knappe gute 2km westwärts folgte, ehe ein alter Hirtensteig wieder nach Igueste hinunter führte. Da ich den Bus (17:30) um 10 Minuten verpasste, wanderte ich noch auf der Strasse bis San Andres.
Am Ostersonntag war es sehr wolkenverhangen und es regnete sogar hier und da leicht. Ich startete in Puerto (0m, 10:00) und wanderte einfach aufwärts. Über La Vera erreichte ich auf ruhigen Strassen Cruz Santa und von dort vorbei an Obstplantagen, Weinfeldern und Kartoffelfeldern über Brezal (12:00) den Weiler Tres Pinos (1000m, 12:30). Kurz hinter dem Weiler endete endlich der Asphalt und ich erreichte den Pinienwald. Zuerst stieg ich auf einer Forstpiste aufwärts, später auf einem alten Maultierpfad. Die Spuren von Mountainbikern leitete mich stetig aufwärts. Auf knapp 1900m querte ich zum ersten Mal die Straße zur Canadas. Langsam lichteten sich die Wolken und 50m vor Portillio (1980m, 15:00) erreichte ich die Sonne. Mit Blick auf den Teide genoß ich den kleinen botanischen Garten und machte danach noch einen Rundgang durch das Nationalparkhaus, ehe ich mit dem Bus wieder herunter fuhr.
Am Ostermontag machte ich erst Besorgungen für die Teidebesteigung am nächsten Tag und wanderte dann durch Puerto hinauf in den Ortsteil Botanico. Nach einer Mittagseinkehr besichtigte ich dann den botanischen Garten. Eine Vielzahl von Pflanzen aus allen tropischen Ländern lässt sich hier bewundern.
Am späteren Nachmittag machte ich dann einen Spaziergang an der Küste entlang zum Strand von Bollulo. Am schwarzen Sandstrand gibt es eine nette kleine Strandbar.
Wilde Küste
Um 9:15 fuhr ich mit dem Bus wieder nach Portillio (1980m, 10:30) hinauf, um den zwei Tage zuvor begonnenen Teideaufstieg fortzusetzen. Bei bestem Wetter wanderte ich auf dem Weg Nr. 6 zuerst im leichten Auf und Ab auf den Teide zu und dann langsam aber stetig steigend durch diese steinige Halbwüste auf die Montana Blanca (2748m,13:00).
Auch das berühmte Teideveilchen blühte hier.
In vielen Kehren steigt vom Ende der Piste an der Montana Blanca der Steig nun der Steig auf. Nach und nach lässt die Vegetation nach. Gegen 15:00 erreichte ich das refugio Alta Vista (3260m). Nachdem ich um 17:00 eingescheckt hatte machte ich noch einen Ausflug zur Schneehöhle.
Schon um 5:00 war die Nacht zu Ende, denn alle im Lager wollten aufbrechen. Ich ließ es ruhig angehen und startete als einer der letzten erst gegen 6:00. Im Licht des Halbmondes konnte man den Weg gut sehen und in der frischen Luft konnte ich gut steigen, auch wenn ich durchaus die Höhe merkte. Nach etwa einer Stunde passierte ich die Bergstation der Seilbahn und eine halbe Stunde später war ich auf dem Gipfel. Noch war es fast Nacht.
Und dann ging die Sonne auf, welch ein Schauspiel. Und bald sah man nach Westen den Schatten des Gipfels, der bis nach Gomera reichte. Auch La Palma , Hiero und Gran Canaria waren zu sehen. Und der Himmel zeigte ein tolles Farbspiel.
Gegen 8:10 verließ ich den Gipfel, passierte bald die Bergstation der Gondel, ehe diese den Betrieb aufnahm. In Richtung Westen stieg ich ab. Nachdem Mirador wurde der Steig gerölliger, aber doch gut gehbar. Dennoch war es schön das Gelände vor dem Pico Viejo zu erreichen. Auf den Gipfel verzichtete ich und stieg auf dem Weg 23 zum Parador ab. Auf dem letzten Wegstück kam ich am "Finger Gottes" vorbei. Mein Wasser reichte gerade bis nach unten und so war ich froh die Gaststätte zu erreichen (2130m, 12:00). Auch wenn ich vier Stunden auf den Bus warten musste.
Finger Gottes
Am letzten Wandertag nahm ich den 9-Uhr Bus nach Buenavista und dort den Anschluß nach Masca (612m, 10:15). Zuerst besorgte ich mir eine Fahrkarte für das Taxiboot um 13:30 und dann begann ich den Abstieg in die MAscaschlucht. Überholte gleich zu Beginn zwei größere Gruppen und konnte dann in aller ruhe den Abstieg genießen. Immmer enger wird die schlucht und fast senkrecht steigen die Felswänder hunderte von Metern an beiden Seiten in die Höhe.
Nach zwei Stunden abwechslungsreicher Wanderung erreichte ich die Küste. Sonnend machte ich die Mittagsrast bis das Taxiboot mich aufnahm und nach Los Gigantes brachte. Von dort fuhr ich per Bus wieder zurück.
Die Bootsfahrt entlang der wilden Küste war beeindruckend.
Am Freitag fuhr ich mit dem 9Uhr-bus nach Santa Cruz, deponierte meine Gepäck im Hafen und schlenderte dann durch die Stadt.Um 13 Uhr legte die Fähre nach Gran Canaria ab. Gut zwei Stundne später war ich wieder in Las Palmas. Per Bus fuhr ich nach Playa de Ingles, wo ich die letzte Nacht im Hotel gebucht war. Am Samstag fuhr ich per Taxi um 11 Uhr zum Flughafen.