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Blick von der BurgDie Reise begann am Pfingstsamstag mit einer Bahnfahrt in einem überfüllten Zug von München nach Prag. Es folgten zweieinhalb Tage in der fantastischen Stadt Prag. Ich genoss es durch die Altstadtgassen zu schlendern, die Burg zu besichtigen, war fasziniert von der Architektur und dem Flair der Stadt.

Die Elbe bei MelnikAm Dienstagmorgen nach Pfingsten startete ich mit dem Fahrrad in Prag. Ein Radweg, meist diekt an der Moldau entlang führte mich aus der Stadt heraus. Hinter Prag verlief der Weg weiter am Fluß entlang, doch die Wegqualität ließ immer wieder zu wünschen übrig. Über etwa 5km folgte ich einem teils holprigen Singletrail eingezwängt zwischen Moldau und Felswänden. Später führte mich die Markierung für ein paar Kilometer auf einen Autobahnzubringer, ehe es über eine ruhige Strasse am Moldaukanal entlang nach Melnik ging. Hier überquerte ich die Elbe oder wie sie hier heisst Labe zum ersten Mal, um hinauf in die Altstadt zu fahren. Oben auf der Schloßpromenade machte ich Mittagspause und genoß den Ausblick. Der Elbradweg führte mich am Nachmittag meist über ruhige Strassen auf dem linksseitigen Ufer durch die landwirtschaftlich geprägten mährischen Auen. Als ich mich Theresienstadt näherte tobte auf dem anderen Elbufer ein Gewitter, doch ich blieb verschont und als ich bei Leitmeritz die elbe wieder querte schien auch dort wieder die Sonne. In dem schönen Städtchen suchte ich mir ein Hotel und genoß den Sommerabend.

SchrammsteineBis Aussig (Usti n. L.) führte der Radweg viel auf ruhigen Wegen direkt am rechten Ufer des Flusses entlang. Auf dem Wegstück nach Decin dagegen war noch viel der Strasse zu folgen. Hier beginnt dann am linken Ufer der internationale Radweg, der leider aufgrund von Bauarbeiten auf den ersten Kilometern gesperrt war; so musste ich auf der Umleitung erst einige Kilometer aufwärts fahren um dann wieder steil zum Fluß hinunter zu fahren. Das Tal wird enger, die Flanken steiler und immer mehr von Felsen durchsetzt. Aber der Radweg ist bestens ausgebaut und man rollt durch die herrliche Natur des Elbsandsteingebirges. Drei Poller auf dem Weg kennzeichnen die Grenze nach Deutschland. In Krippen legte ich eine Mittagspause mit Blick auf die schrammsteine ein. In Bad Schandau wechselte ich für die Strecke bis Königsstein aufs rechte Ufer, dort mit der Fähre wieder an linke zurück. Zum Glück machte ich in Pirna einen Abstecher in die Altstadt hinein, denn sie ist sehr sehenswert. Auch der Abstecher mit der Fähre hinüber zum Schloß Pillnitz mit sienen Gärten war sehr lohnend. Am frühen Abend erreichte ich Dresden, wo ich mich nobel im Tulip Inn einquatierte. Am Abend erkundete ich die Neustadt.

Am donnerstagmorgen traf ich mich mit meinem Kollegen Mike, seiner Frau und einem Ehepaar aus ihrem Freundeskreis und radelte mit ihnen nach Radebeul zum Karl May Museum. Nach der Besichtigung fuhr ich wieder alleine weiter nach Meißen zur Mittagspause. Auf dem Marktplatz aß ich zu Mittag, radelte dann durch die Altstadtgassen hinauf zu Burg und Dom. Die besichtigung des Doms war sehr interessant.


Schloß TorgauGegen drei fuhr ich dann weiter auf dem Radweg die Elbe abwärts. Langsam wurde die Landschaft flacher und der Fluß breiter. Riesa ließ ich links liegen, bei dem verlassen wirkenden Städtchen Mühlberg querte ich viertel vor sechs mit der Fähre ans linke Elbufer, vorbei an der in Bau befindlichen neuen Brücke. Schon einige Kilometer vor Torgau sah man die Türme der schönen Stadt, in der ich Quatier nahm. Beim Abendspaziergang faszinierte mich der Schloßhof, der menschenleer und wunderschön beleuchtet märchenhaft wirkte.

Bei bedecktem Wetter folgte ich dem Radwegauf dem linksseitigen Ufer auf kleinen Sträßchen über die Dörfer nach Dommitsch. Auf einem aspaltiertem weg parallel zu einer stillgelegetn Bahn ging es mit einem Schlenker zu  den Schmiedeberger Teichen nach Pretsch zur Fähre. Auf dem rechten Ufer gings es bis Elster auf sehr ruhigen Wegen duch die Auenlandschaft, in der man viele Störche und Reiher sah. Gegen Mittag erreichte ich die Lutherstadt Wittemberg.
Als ich nach Mittagessen und Besichtigungen am Nachmittag die Stadt verließ schien die Sonne. Ichwählte die linkselbische Variante, die am Elbdeich entlang nach Wörlitz führt. Bevor ich die Stadt mit Schloß und Park erreichte, musste ich vor einem Gewitterschauer in einem Bushaltestellenhäuschen Schutz suchen. Der zweite Gewitterschauer erreichte mich im Park. Die letzten Kilometer nach Dessau gehören zu den landschaftlich schönsten Etappen des Weges. Leider hatte der Regen die lehmigen Wege zu kleinen Schlammwüsten gemacht; mein Fahrrad und ich kamemn vollkommen verdeckt in Dessau an. In der sehr schönen Jugendherberge fand ich Unterkunft.

Am nebligen Morgen hatte die Auenlandschaft von Dessau in Richtung Aken einen besondern Reiz. Den Abstecher in das Stadtzentrum hätte ich mir sparen können. Mit der Fähre ging es wieder ans rechte Ufer. Der weg führte häufiger duch Wald und etwas entfernter vom Fluß. Gegen zwölf erreichte ich das Schloß Dornberg. Das große Barockschloß verwundert in dieser einsamen Gegend. Auf dem Weg nach Magdeburg kam dann die Sonne heraus. So begrüßte mich die Stadt am Nachmittag freundlich.

Auch der heutige Morgen war trübe. Längs der Elbe war die Stadt schnell verlassen. Der erste Höhepunkt des Tages war das europäische Wasser- strassenkreuz, also die riesige Trogbrücke, welche den Mittelland- bzw. Havelkanal über die Elbe führt. Die Entscheidung später am rechten Ufer zu bleiben zahlte ich mit teils doch recht schlechten Wegen. In Derben machte ich Mittagsrast und erreichte danach bald Jerichow. Die Klosterbesichtigung ist sehr sehenswert, vorallem die romanische Backsteinkirche. Über die neue Elbbrücke fuhr ich dann nach Tangermünde; leider existiert die alte Brücke nicht mehr. Aber die Stadt ist noch immer ein Juwel.

Sonnenuntergang an der Elbe bei GorlebenKurz hinter Tangermünde evrlässt der Radweg für einige Zeit die Elbniederung, führt erst am Hochufer entlang nach Arneburg (welches sich seit meinem letzten Besuch 1990 sehr herausgeputzt hat), dann im Bogen um einen riesigen Industriepark herum. Über die Elbfähre Sandau war bald Havelberg mit Altstadtinsel und Dom erreicht. Von Havelberg ging es auf ruhigen Wegen auf dem schmalen Landstreifen zwischen Elbe und Havel bzw. Grevensdorfer Vorfluter weiter. Zu Mittag erreichte ich das Storchendorf Rühstädt. Wittenberge sollte man besser umfahren und gleich weiter den Elbdeichen folgen. In Lenzen nahm ich noch einmal die Fähre und gelangte so ans niedersächsische Ufer. Der Radweg überraschte mit einer größeren Steigung auf einem schlechten Waldweg hinauf auf die sogenannte Schwedenschanze, die ehemals von einer Slawenburg gekrönt wurde. Heute stehen die Richtfunkantennen dort und erinnern an die Insellage Berlins im kalten Krieg. Im Cafe gönnte ich mir Cafe und Kuchen, ehe ich wieder hinunter in die elbauen und nach Gorleben fuhr. In diesem berühmten, aber recht verschlafenen Ort nahm ich Quatier.

Sonnig aber kühl war der Morgen und ein frischer Nordwestwind kam mir entgegen auf der Fahrt nach Hitzacker. In der Nähe der dömitzer Brücke sah ich einen Biber. Hinter Hitzacker scheute ich nicht den Weg durch den Drawehn; Steigungen und Gefälle bis 14% und eine Wegführung über sandige Waldwege machten den Weg bis Neu Darchau interessant. Mittags hatte ich Bleckede erreicht und eine gute Stunde weiter war ich Lauenburg gegenüber. Immer dem Elbdeich folgend, nun ja auf bekannten Terrain, ging es zügig heimwärts. In Hoopte verließ ich den elbradweg, der ans rechte Ufer wechselte und radlte weitere 8km am Elbdeich entlang der Strasse bis Over. Hier war die Tour an der Elbe entlang zu Ende, eben over. Sechs weitere Kilometer durchs Moor und ich war in Meckelfeld bei meiner Schwester.
Die restlichen Tage verbrachte ich mit der Familie und genoß Hamburg. Am 25. fuhr ich mit dem zug wieder nach München.







Am 26. Juni flog ich nur bis Zürich und erst am nächsten Morgen weiter nach Malaga.
Etwa eine Stunde verging von der Landung bis ich mein Gepäck hatte und das Fahrrad wieder zusammengebaut hatte. Die ersten Kilometer vom Flughafen weg waren etwas abenteuerlich, denn es gibt praktisch nur eine vierspurige Strasse von dort weg.  Nachdem ich diese verlassen hatte, war schnell der Strand und Torremolinos erreicht. Schön ist der Ort ja nicht , aber dicht am Flughafen. Ich suchte mir ein Hostal und erkundete am Nachmittag noch ein wenig die Strände.

Rast in MijasMeine Transporttasche fürs Fahrrad konnte ich im Hostal lassen und so ging es mit weniger Gepäck auf ins Hinterland. Einige Kilometer zieht sich die Verstädterung hin, aber dann wird das Radeln schön. Das wetter war ja auch optimal, 20C und sonnig. In Migas machte ich die erste Rast, ein hübscher Ort, aber noch sehr touristisch.
Weiter ging es über Coin und Alozaina nach El Burgo (580m). Obwohl der Ort sehr reizvoll ist, entschied ich mich hier doch nur für eine Kaffeepause und radelte danach noch über den Pass (1190m) nach Ronda (700m) . Ein ruhiges und günstiges Hotel war schnell gefunden, aber ich war recht geschafft von den 100km und vorallem den Höhenmetern, ca. 1800, an diesem Tag.

Der dritte Tag in Spanien gehörte ganz der Besichtigung des wunderschönen Städchens. Stierkampfarena, Altstadtgassen, maurische Kasematten, Kathedrale und natürlich die Schlucht mit ihren Brücken, welche die Stadt teilt.

Blick von der Porta di PalomaEine Tagesrundtour führte mich zuerst zur Cueva del Gato und dann zur Cueva del Pileta. Letztere ist wirklich sehenswert mit ihren steinzeitlichen Tierzeichnungen. Nach der guteinstündigen Besichtigung radelte ich noch zur Mittagspause nach Grazalema. Die nachmittägliche Auffahrt auf die Porta di Paloma(1360m) war fantastisch und die Abfahrt nach Zahara nur noch genial. Leider waren die letzten 15km nach Ronda auf einer recht befahrenen Strasse.

Von Ronda folgten weitere 10km auf recht befahrener Strasse Richtung Kúste, doch dann bog ich ab in die Sierra Nieves und es folgten 50km unbefestigte Strasse durch eine tolle Berglandschaft ohne Verkehr. Von einer Kurve aus sah man plötzlich das Meer und in einer weiteren sah man Gibraltar und Afrika in der Ferne liegen. In Isfa kam ich wieder in die Zivilisation. Ein nettes Hotel am Ortsrand mit Meerblick (14km) gönnte ich mir.

Es begann der Tag mit einer schnellen Abfahrt nach Marbeilla. Am Strand entlang liess sich die Stadt gut durchqueeren, doch dann wurde es grausam. Nur eine Schnellstrasse führt in Richtung Malaga. Die Autos und LKW brausen mit 100 an einemm vorbei. Am Capo Pino machte ich eine lange Strandrast. In Torremolinos fand ich ein nettes Hostal am Strand und buchte mich für eine Woche ein. An der Kúste radeln ist hier schlecht und meine Gepäckhalterungen sind kaputt, bei jedem Schlagloch droht das Geäck hinuter zu fliegen.

Zwei Strandtage folgten.  Am  dritten Tag in Torremollinos  machte ich einen Tagesausflug nach Cordoba mit dem Zug. Neben der schönen Altstadt haben mich besonders die reste der alten Moschee fasziniert.

Nach einem weitern Strandtag stand das Picasso-Museum in Malaga auf dem Programm. Mit der Bahn fuhr ich in die Stadt. Nach Museumsbesuch und Mittagessen fuhr ich mit dem Stadtbus nach Guadalmar und wanderte mit Badestop entlang des Wassersaums zum Hotel zurück.

Plaza de EspaniaAm Donnerstag fuhr ich mit Georg, einer Urlaubs- bekanntschaft gemeinsam per Bahn nach Sevilla. Nach angenehmer Bahnfahrt machten wir uns auf in die Altstadt und gerieten vor der Kathedrale erstmal in die Fronleichnams- prozession. Drum konnten wir auch die Kirche nicht besichtigen. So gingen wir gleich in die Alcazaba. Ein wirklich lohnender Bau. Ein weiterer Höhehpunkt der Stadtbesichtigung war der Plaza de Espania.

Am Freitag versuchte ich am Nachmittag vergeblich bereits einzuchecken am Flughafen. Unverrichteter Dinge musste ich wieder zurückradeln und am Samstagmorgen noch in der Dunkelheit wieder zum Flughafen radeln, das Rad auseinander bauen und verpacken. Um kurz vor acht ging die Maschine nach Barcelona und nach drei Stunden Aufenthalt kam ich weiter Richtung München. dort angekommen war nur eine der Gepäcktaschen und das Fahrrad dort, die andere Tasche war in Madrid.