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Nordnorwegen, August 2011

Am 1. August flog ich von Oslo morgens nach Tromsø. Im Hotel With am Hafen  hatten wir ein Zimmer reserviert. Bis zur Ankunft von Gebhard genoss ich das Sommerwetter in der Stadt. Nachdem auch er angekommen war, zeigte ich ihm die Stadt. Zu Abend aßen wir im Hotel. Danach machte ich noch einen Spaziergang durch die helle Nacht.

Nach gutem Frühstück packten wir die Tagesrucksäcke und wanderten über die Tromsøbrua zur Eismeerkathedrale uind weiter zur Talstaion der Fjellheisen. Auf dem steilen Pfad zuerst unter der Seilbahn stiegen wir auf die aussichtsreiche Anhöhe.

Von der Aussichtsterasse wanderten wir über die Anhöhen Fløya (671m) und Bønntuva (771m), stiegen ins obere Djupdalen (500m) ab und wieder hinauf auf den Rauryggen (776m). Weiter in leichtem Auf und Ab, bevor der Aufstieg zum Gipfel des Tromsdaltinden (1238m) begann. Leider zogen langsam Wolken auf, so dass wir im Abstieg durch Nebel steigen mussten auf dem direkten Weg hinunter ins Tromsdalen. Nach etwa 9 Stundne waren wir wieder am Hotel.

Morgens regnete es, so frühstückten wir ausgiebig. Und es trocken als wir in die Stadt gingen, um letzte Besorgungen zu machen. Um 14 Uhr fuhr unser Bus nach Lyngen, der uns nach der Fährüberfahrt in Svendsbu absetzte. Im dortigen Tourismusbüro warnte man aufgrund zu vielen Wassers vor dem Direktweg zur Jaegervasshytta. So wanderten wir drei Viertel um den See herum und erreichten die Hütte nach 18km. Zwischendurch regnete es kurz leicht. Die Hütte erwies sich wieder als sehr gemütlich.

Sonnig war der Morgen und wir wanderten mit Tagesgepäck und Eisausrüstungin Richtung Forholtbreen. In dem unübersichtlichen Gelände war en viele Geröllfelder zu queren und wir brauchten fast zwei Stunden bis zum unteren See (234m). Über einen steilen leicht gerölligen Hang stiegen wir in etwa einer Stunde zum oberen See (500m) auf, an dem der Gletscher begann. Mit Steigeisen unter den Füßen ging es nun zügiger hinauf. Spalten waren nicht zu sehen. Auf ca. 1000m höhe verließen wir den Gletscher und stiegen durch die Felsen zum 1200m hohen Joch zwischen Forholttind und Trolltind.

Der Blick auf den StortindalsbreenDa die Gipfel noch eingenebelt waren, stiegen wir nach einer kurzen Rast, wieder hinab auf dem Aufstiegsweg. Vor dem Abendessen badeten wir vor der Hütte im See und sammelten noch Blaubeeren vor der Hütte.

Wir brachen zeitig auf, um rechtzeitig für den Bus nach Lyngseidet zu erreichen. In nur guten 30 Minuten waren wir an der Strasse und durften so etwas länger warten. In Lyngseidet angekommen nahmen wir uns ein Zimmer im einzigen noch arbeitenden Hotel.
Als wir zu einer Wanderung zur Gjervassbu aufbrechen wollten, gab man uns Fahrräder mit, damit wir den Steiganfang besser zu erreichen. So waren wir schnell am anderen Ende des Ortes und konnten den Aufstieg zur Skihüte beginnen. Nach einer kleinen Rast an der Hütte mit super Blick auf den Fjord wanderten wir weiter den Hang hinauf. Oben sahen wir einige Rentiere und genossen die Hochfläche mit ihrer Fernsicht. Beim Abstieg fanden wir noch einige Multebeeren. Zu Abend genossen wir im Hotel ein super Abendessen.

Am Samstag hingen die Wolken leider sehr tief und wir entschlossen uns die geplante Tour auf den Koppangsbreen nicht zu machen. Statt dessen radelten wir zum Parkplatz oberhalb von Rottenvik und stiegen von dort hinauf zum Stausee Rottenvikvattnet. Nach einer Pause wanderten wir nordwärts über die kleine Passhöhe und dann quer Feld ein hinunter zur Varduhytta. Dabei fanden wir viele Multebeeren.Auf der Terasse der Hütte genossen wir in der Sonne eine längere Rast und unterhielten uns auch mit Einheimischen. Von der Hütte waren wir in etwa einer halben Stunde an den Rädern und bald am hotel.

Nach dem Frühstück liessen wir uns von einem Taxi nach Furuflaten bringen. Nachdem wir unser Gepäck im Garten des Kindergarten deponiert hatten, wanderten wir ins Lyngsdalen hinauf. Auf gutem Weg kommt man den Gletschern immer näher. Vier Gletscher sieht man vom Talende, leider auch weiterhin in Wolken gehüllt. Zurück in Furuflaten, nahmen wir den Nachmittagsbus nach Tromsø zurück.

Als ich Gebhard zum Flughafenbus brachte, trafen wir Johannes auf dem Weg zum Fløya. Den Vormittag verbrachte ich dann mit Erledigungen in der Stadt. So sendete ich meine Gletscherausrüstung per Post heim. Zu Mittag traf ich mich mit Johannes im Cafe und um 16 Uhr fuhren wir mit dem Expressboot nach Lysnes und mit dem Bus weiter zum Fjordbottn Camping am Stønnesbottnen.

Nach einem kleinen Abendessen machten wir noch einen Spaziergang auf den Balten (182m). Neben einer schönen Aussicht im Abendsonnenlicht, begeisterten uns die vielen Multebeeren dort oben. Johannes Kappe musste als Korb herhalten.

Am Dienstag wanderten wir mit Tagesgepäck das Bukkedalen hinauf. Nach dem ersten See wurde der Pfad immer weniger und so kamen wir nur langsam voran. Am Nåtemyra vorbei stiegen wir dann über den Südgrat auf den Bukken (504m) hinauf.  Der Abstieg weglos in nordwestliche Richtung, war teils steil, aber gut begehbar. Im unteren Teil folgten wir der Stromleitung.
Zurück am Campingplatz nahmen wir den Mittagsbus nach Finnsnes. Dort kauften wir ein und fuhren dann mit dem Nachmittagsbus zum Tranøybottn Camping.

Der Mittwoch ziemlich verhangen, dennoch machten wir uns auf den Weg in den Ånderdalen Nationalpark. Zuerst war der Weg, der gegenüber des Campingplatzes beginnt, sehr gut ausgebaut. Bohlenwege führte über die moorigen Stellen und der Weg war breit. Je weiter wir kamen desto dürftiger wurde der Pfad. Nach der Watstelle über den Ånderelva, die wir trockenen Fußes von Stein zu Stein überqueren konnten, war von Pfad kaum noch etwas zu finden, nur hin und wieder Trittspuren, aber genügend Markierungen.

Über das Blåfjellet führt der Weg in gut 500m, danach steigt man bis auf 200m am Selfjordvattnet hinab. Am Lutvatnet (274m) und am Reinlivattnet (421m) steigt man auf eine Anhöhe mit viel Meerblick (480m) hinauf. Am Sandstrand des Storbunkevatnet (54m) vorbei führt der Weiterweg nach Olaheimen. 4,5km  maschierten wir dann über die Grusstraße nach Å. Aber auch der Hauptstraße hielt kein Auto um uns mitzunehmen. So maschierten wir wieter bis Stonglandseidet. Hier konnten wir ein Taxi zum Campingplatz zurück nehmen.

Der nächste Tag war ein verdienter Ruhetag. Allerdings mussten wir zeitig aufstehen, denn wir fuhren mit dem Morgenbus nach Finnsnes zurück. Dort frühstückten wir im Cafe, gingen in die Bibliothek um ins Internet zu schauen, aßen zu Mittag und kauften für die nächsten Tage ein. Mit dem Bus Richtung Torsken fuhren wir am Nachmittag zur Senjabu. In der gemütlichen Hütte quatierten wir uns für zwei Nächte ein.

Am Freitag fuhren wir kurz nach 9Uhr mit dem Bus Richtung Finnsnes bis Svanelvmoen und von dort mit dem Anschlußbus in Richtung Medby zum Bumannsvatnet (300m, 9:40). Trotz tiefhängender Wolken folgten wir der Markierung des Senjaweges südwärts zum Pass (800m) am Istind und von dort auf den Gipfel (851m, 11:00). Wir hatten allerdings kaum Sicht dort oben. Wir stiegen wieder zum Bumannsvatn (12:30) ab und folgten dann der Markierung nach Norden zur Senjabu zurück (16:30).

TorskenAm Samstagmorgen fuhr der Bus nach Tortsken schon kurz nach 8 Uhr. Eine schöne Fahrt über spektakuläre Strassen führte uns über Straumsbottn, Hamn, Gryllefjordbottn und Torsken nach Gryllefjord.

In Gryllefjord hatten wir etwa 90 Minuten Aufenthalt bis die Fähre nach Andenes auf Andøya fuhr. Bei herrlichem Sonnenschein rollten  wir dann in etwa 100 Minuten von Insel zu Insel.

In Andenes suchten wir uns ein Zimmer und fanden es im Fargeklatten. Das ist eine ganz besondere Pension im ältesten Haus des Dorfes. Die Aufenthaltsräume im Erdgeschoß erinnern an ein Museum.

Wir leihten uns Fahrräder aus und radelten dann an der Nordwestküste entlang, vorbei an wunderschönen Stränden nach Bleik und zum Solsvattnet. Hier stellten wir die Räder ab und folgten dem Pfad hinauf zum Måtind. Zuerst steigt der Pfad steil durch einen Krüppelbirkenwald, dann über eine steile Grasflanke, um dann auf eine weitläufige Hochfläche mit grandioser Sicht zu führen.

Herrliche Tiefblicke zu Stränden und Fernsicht bis Schweden und weit aufs Nordmeer hinaus, begleiteten uns auf dem Weg zum Gipfel (420m). Der unmarkierte Kyststigen führte uns steil hinunter zur Otervika und dann entlang der Küste zurück zu den Rädern. Dabei musste man über wasserumspülte Felsen klettern und durch steile Grasflanken steigen. Alpines Gelände auf 10 müNN.

Am Sonntagmorgen radelten wir bis an die Berge heran, zum Parkplatz am Bjørndalen. Von dort stiegen wir auf Andhue (286m), Røyken (468m) und Ramnan (376m). Über den Fahrweg zur Radarstaion auf letzterem stiegen wir wieder ab zu den Rädern. Auf dem Rückweg fuhren wir noch an den Strand, um zu baden.

Blick auf den Møysalen von SortlandNachmittags um vier fuhren wir mit dem Bus weiter. Über Sortland ging es nach Stokmarknes. HIer nahmen wir ein Hotelzimmer

Am Vormittag wanderten wir nach einem Besuch in der Turistinfo auf die Store Heia (504m). Dieser Sendeturm bestückte Berg ist eine hervorragende Aussichterrasse mit einem 360° Panorama auf die umliegenden Inseln, vorallem auch auf die Lofotmauer.
Wieder unten holten wir das Gepäck aus dem Hotel und schifften uns auf der Hurtigrute ein. Mit der Midnatsol fuhren wir durch Raftsund und Trollfjord nach Svolvær.

Blick in den Trollfjord

Von einem Touristenboot ließen wir uns am Dienstag im Trollfjord absetzen und stiegen zur Trollfjordhütte auf. Auf gerade 400m gelegen wähnt man sich dort mitten im Hochgibirge. Am Nachmittag erkundeten wir die Umgebung der Hütte und stiegen zur Höhe 504 zu 17 Uhr auf, um von dort das Hurtgrutenschiff im Trollfjord zu beobachten.

Am Mittwochmorgen folgten wir bis zur Passhöhe dem Weg zum Sløverfjord und stiegen dann weglos von dort auf den Trollfjordtinden (830m). Trittspuren zeigten uns, dass wir einer begangenne Route folgten. Die Aussicht vom Gipfel ist sehr reizvoll.
Auf der Aufstiegsroute stiegen wir wieder hinab zur Hütte und rasteten dort bevor wir wieder zum Trollfjord abstiegen. Gegen 15:15 holte uns das Touristenboot wieder ab und brachte uns nach Svolvær zurück.

im Hafen in FiskebolMit dem Lofotexpressen fuhren wir heute noch gemeinsam von Svolvær ab. Doch während Johannes nach Schweden über Narvik reiste, stieg ich schon in Fiskebol aus und nahm von dort die Fähre nach Melbu. Von Melbu fuhr ich mit dem Bus über Sortland nach Hennes auf Hinøya. Nachdem ich mein Zimmer (vermittelt durchs Nationalparkzentrum) bezogen hatte, lief ich nach Kaljord zum einkaufen.

Blick auf HennesAm Freitag regnete es morgens und ich lies den Tag langsam angehen. Aber mittags wurde es trocken und ich stieg auf die Hennesheia auf und dann weiter auf die verschiedenen Gipfel der Småvasstindan (ca. 650m) und Middagstinden (652m). Auch ohne die Sicht die tiefliegenden Wolken immer wieder frei gaben, wären die Massen an Beeren den Weg wert gewesen.

Am Samstag nahm ich an einer geführten Wanderung auf den Møysalen teil. Mit zwei Booten wurden wir von Hennes gegen 9 Uhr in den Lonkanfjord zum Gamhaugen hineingefahren. Zuerst wanderten wir auf der Trasse einer ehemaligen Grubenbahn guite 3 km ins Norddalen hinein. In der großen Grußße, mehr als 20 mit zwei Führern, ging es nur zögerlich aufwärts. Es wurde auf der ersten Passhöhe (ca. 500m), am letzten Bach und nach der Übersteigung des Memurutinden gerastet. Ein Steinschlagunfall hielt uns dann kurz vor der oberen Kette noch wieder auf, eine Teilnehmerin musste verarztes werden und leider auch mit dem Helikopter abgeholt werden. Drum stiegen wir nur noch mit einem Füher zum Gipfel. Das letzte Stück ging über einen kleinen Gletscher.

Leider verschleierten Wolken unsere Sicht vom Gipfel (1262m). Aber man sah immer wieder weit über die Inselwelt. Im Abstieg gingen wir über den unteren Gletscher und ersparten so den Gegenanstieg zum Memurutinden. Vom Gletscher durften wir unser eigenesTempo gehen. So erreichte ich mit 13 anderen das erste Boot und war gegen 20:50 wieder in Hennes. Ich ging mich schnell duschen und genoß danach die gute Fischsuppe für uns Gipfelstürmer.

Auf der Bootsrückfahrt

Im Hafen von HarstadAm Sonntag begann die Rückreise. Da öffentlich nur am Nachmittag ein Fähre ab Kafjord fuhr, wanderte ich um 9:30 auf der Strasse los und hoffte einen Lift. Kurz hinter Hennesskole nahmen mich zwei Niederländer mit bis zur RV85. An dieser lief ich nach Langvassbukta mit, wo mich zwei Touristen aus dem Würmtal aufgabelten und mich mit nach Harstad nahmen. Im Thon Hotel nahm ich ein Zimmer.
Am Montag nahm ich dann den Flugbus zum Flughafen Evenes und von dort gings zurück nach Oslo.